Review Black Mirror - Staffel 4

Nachdem ich nun die 4. Staffel der SciFi-Anthologie-Serie Black Mirror gesehen habe, möchte ich kurz auf den Inhalt eingehen und meine Meinung dazu kund tun. Ich versuche hierbei auf Spoiler zu verzichten.

Falls ihr die Serie nicht kennt, möchte ich kurz erklären, worum es sich hierbei handelt. Die Serie besteht aus nicht direkt zusammenhängenden Einzelfolgen, die die Auswirkungen moderner Technik auf die Gesellschaft thematisiert. Jede Folge wird hierbei von einem anderen Regisseur bzw. einer anderen Regisseurin realisiert, was das ganze sehr abwechslungsreich macht.


Kommen wir aber nun zu der aktuellen 4. Staffel:

Folge 1 - USS Callister

USS Callister Episoden Bild
Die Folge handelt von Robert Daly, Teilhaber und Technikchef des VR-Spiels Infinity (gespielt von Jesse Plemons, bekannt z.B. als Todd in Breaking Bad). Dieser nutzt eine lokale Kopie des Spiels um als Captain in seiner Lieblings-SciFi-Serie Space Fleet all das auszuleben, dessen er im wahren Leben nicht in der Lage ist, wo er das Paradebeispiel des introvertierten Nerds ist. Die Crew besteht hierbei aus Kollegen und Kolleginnen. Schnell zeigt sich jedoch, dass es sich bei dieser Welt nicht um eine Utopie, wie z.B. in Star Trek, handelt.

Die Referenzen zu Star Trek (gerade der Ursprungsserie aus den 60ern) lassen sich nicht von der Hand weisen und sorgen auch für den einen oder anderen Schmunzler. Sehr schnell wird jedoch die "Weile Welt" kräftig durcheinander gerüttelt. Und auch wenn hier und da mal Logiklöcher gibt (vielleicht sogar als Anspielung auf ähnliches im SciFi-Genre?), handelt es sich um eine sehr unterhaltsame Episode, die einen währenddessen immer wieder mit dem Kopf schütteln lässt und die Abgründe menschlicher Grausamkeit zeigt. Die "Besatzung" macht ihre Sache schauspielerishc auch gut.

Von mir gibt es daher 8 von 10 schnuckelige Weltraum-Monster.


Folge 2 - Arkangel

Arkangel Epsioden Bild
Nachdem die Tochter der alleinstehenden Mutter Marie vom Spielplatz verschwindet und Marie sie verzweifelt sucht und letztendlich auch findet, entscheidet sie sich, ihrer Tochter einen Chip einpflanzen zu lassen. Dieser Chip kann nicht nur den Standort erfassen, sondern unter anderem auch Ungemessenes ausfiltern und die Mutter alles sehen lassen, was auch das Kind sieht.

Diese Episode spielt natürlich auf die sogenannten Helikopter-Eltern an, die am liebsten über jede Sekunde im Leben ihrer Kinder Bescheid wissen und alles kontrollieren wollen. Rosemarie DeWitt (bekannt aus z.B. Company Men und La La Land) spielt diese auch recht überzeugend. Man sieht dann während der Folge, wie die kleine Tochter aufwächst und was diese Übervorsorge für Probleme bringt. Während der gesamten Geschichte fragt man sich, wie viel Privatsphäre dürfen und müssen Kinder haben. Ebenso was man selbst, hätte man solche Möglichkeiten, tun würde. Im Großen und Ganzen bietet diese Geschichte, die von Jodie Foster inszeniert wurde, aber wenig Überraschungen.

Von Mir gibt es daher 6 von 10 gechipte Kinder


Folge 3 - Krokodil

Krokodil Episoden Bild
Mia und ihr Freund überfahren nach einer langen Partynacht einen Radfahrer und lassen ihn verschwinden. 15 Jahre später taucht dieser Freund wieder auf und will auspacken. Für Mia, nun erfolgreiche Architektin und Mutter, steht alles auf dem Spiel und sie reagiert über. Es droht aber dennoch alles aufzufliegen, da vor dem Hotel, in dem sie sich getroffen haben, ein Unfall passiert ist und die Versicherungsermittlerin Shazia mit Hilfe von der Entnahme von Erinnerungen bei ihren Ermittlungen auf Mia stößt.

Die Folge baut hier auf 2 Fragen auf. Zum einen, wie funktioniert unser Erinnerungsvermögen und was wäre, wenn man dieses anzapfen könnte. Und zweitens, wie man ist man bereit zu gehen, um seinen Lebensstandard zu schützen. Meiner Meinung nach hängt die ganze Folge an der schauspielerischen Leistung der Hauptdarstellerin, die ihren Zwiespalt zeigen muss. Und Andrea Riseborough, bekannt aus z.B. Oblivion, macht ihren Job hier durchaus gut, auch wenn man sich hier und da etwas mehr Überzeugung wünscht.

Von mir gibt es daher 7 von 10 überfahrene Radfahrer


Folge 4 - Hang the DJ

Hang the DJ Episoden Bild
Frank und Amy leben in einer Welt, in der die Liebesbeziehungen fest vorgegeben sind. Ihr "Coach" weist ihnen die Partner zu und legt die Dauer der Beziehung fest. Nach vielen Beziehungen dieser Art, kommt man dann zu seinem ultimativen Partner. Die beiden haben nur 12 Stunden, merken aber direkt, dass das was von Bedeutung sein sollte. Ihnen kommen dann Zweifel an dieser Art seinen Partner zu finden.

Ich kann Liebesgeschichten jetzt leider nicht so viel abgewinnen und auch wenn das Ende doch etwas überraschend ist, sehe ich nicht ganz, was diese Geschichte bei Black Mirror zu suchen hat. Da hätte es bestimmt spannenderes und interessanters gegeben. Die beiden Hauptdarsteller, beide eher unbekannte Gesichter, machen ihre Sache aber ganz gut und sind durchaus sympathisch.

Von mir gibt es daher 5 von 10 Beziehungscoaches


Folge 5 - Metallkopf

Metallkopf Episoden Bild
Plünderer stoßen in einem Lagerhaus auf einen mechanischen Wachhund, der sie dann verfolgt und durch die Einöde jagt.

Die gesamte Episode ist in Schwarzweiß gedreht, was wieder mal zeigt, dass die Macher der Serie den Regisseuren, hier viele Freiheiten geben. Hier wäre dies David Slade, der z.B. die Filme Hard Candy und 30 Days of Night und die Serie Hannibal inszeniert hat. Die Geschichte baut hier auf die Hauptdarstellerin Maxine Peake (bekannt z.B. aus der Serie Shameless), der man das ganze auf jeden Fall abnimmt. Leider ist die Geschichte aber nicht besonders abwechslungsreich.

Von mir gibt es daher 6 von 10 Robohunde


Folge 6 - Black Museum

Black Museum Epsioden Bild
Eine junge Frau muss ihr Elektro-Auto auf einem Highway in der Einöde laden und stößt dort auf das "Black Museum". Dieses beherrbergt seltene Verbrecherartefakte. Der Besitzer erzählt der Besucherin die Geschichten zwei dieser Artefakte. Bei beiden handelt es sich um Errungenschaften der Neurowisschenschaft. Ebenso die Hauptattraktion, die etwas ganz besonderes sein soll.

Diese Episode, deren Regie von Colm McCarthy (bekannt z.B. für den Film The Girl with all the gifts) übernommen wurde, erzählt im Endeffekt 3 Geschichten, die nur im Grundgedanken zusammenhängen. Hierdurch ist diese Folge natürlich überaus abwechslungsreich und gerade die erste Geschichte zeigt mal wieder die menschlichen Abgründe. Der Twist am Ende der Folge ist durchaus schon vorab zu erraten (zumindest zum Teil), ist aber dennoch gut umgesetzt. Alle Geschichten gehen auch stark auf die Intention der Serie ein: Wie könnte sich die Technik auf uns in der Zukunft auswirken und würde sie immer nur zum Guten genutzt?
Für mich ist diese Episode auf jeden Fall das Highlight dieser Staffel.

Von mir gibt es daher 9 von 10 Plüschaffen


Kommen wir nun also noch kurz zu einer abschließenden Gesamt-Beurteilung dieser Staffel.

Wie auch bereits in den vorhergehenden Staffeln (auf die ich vielleicht noch mal gesondert eingehe), gab es auch hier wieder meiner Meinung nach sehr gute Episoden und eher durchwachsene. Ingesamt sind die Folgen aber nicht mehr so abgedreht wie so manche aus den vergangenden Staffeln.
Man muss der Staffel aber zu Gute halten, dass es keine wirklich schlechten Folgen gab. Ich wurde durchaus gut unterhalten und wollte eigentlich immer das Ende bzw. den Twist erleben. Ich habe die erste Folge vor ein paar Tagen gesehen und habe die anderen 5 gestern am Stück durchgeschaut. Hier sieht man also schon, wie mich die Serie gepackt hat. Eine durchschnittliche Wertung von kanpp 7 von 10 Punkten ist auch durchaus positiv zu sehen. Ich freue mich auf jeden Fall auf eine weitere Fortsetzung des Konzepts und bin auch guter Dinge, dass es weiter geht. Auch wenn Netflix noch nichts dazu hat verlauten lassen.